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Mittwoch
Jan192011

Passport Konzert Rengsdorf 2000

Klaus Doldingers Passport

-Rengsdorf, Open Air Konzert am 29.07.2000-

Solange es solche Momente gibt

Rock und Blues in Rengsdorf: Regen störte das Festival, aber nicht die tolle Stimmung auf dem Waldfestplatz
Zum zwanzigsten Mal fand am Wochenende das Rengsdorfer Rock- und Bluesfestival statt. Mit dabei: Stars wie der deutsche Jazzer Klaus Doldinger und Walter Trout aus den USA.

Von Bastian Pollmann

RENGSDORF. Klaus Doldinger sitzt hinter der Bühne vor einem Teller Gemüsesuppe. Der Auftritt ist vorüber, Doldinger löffelt die Suppe, Ruhe hat er keine. Adrenalin statt Blut strömt durch seine Adern, "ich kann nicht einfach so abschalten nach einem Konzert", bekennt er. Heute ist der Musiker besonders aufgekratzt: Nicht mal zu einem ausgiebigen Essen war Zeit geblieben, erst die Zugfahrt, dann Interviews, Soundcheck auf dem Rengsdorfer Waldplatz, wenig später das Konzert. Aber jetzt. Jetzt geht es ihm gut. Das sieht man. Und er sagt es auch. "Tolles Publikum", lobt Doldinger überschwänglich. Er liebe es, live zu spielen.

Wenn dann Leute da sind, die mitgehen, und man selbst Spaß hat, "dann muss das abheben", lacht er: "ist quasi ein Naturgesetz."Ja, es waren Klaus Doldinger und seine Band "Passport", die da am Samstagabend beim Rengsdorfer Rock- und Bluesfestival aufgetreten sind. D e r Klaus Doldinger, Saxophonist, Jazzer, Komponist. Rolf Boden von den "Rockfreunden Rengsdorf' muss noch immer schmunzeln, wenn er sich an die vielen Anrufer erinnert, die nicht glauben wollten, dass wirklich ein so bekannter Musiker in Rengsdorf auftritt. Bei 20 Mark Eintritt
Es ist fast acht Uhr, als Boden grinsend verkündet, er habe ein gutes Gefühl. Tatsächlich: Kurz vor ihrem Untergang, bricht sich die Sonne noch einmal Bahn, es regnet nicht mehr.

Bei Doldinger und "Passport" hat das Publikum - gut tausend Leute sind gekommen - den Regen schon vergessen. Die Menge vor der Bühne dampft. Etwa dreißig "Rockfreunde"sind heute Abend beim Festival im Einsatz. Doch für einen Moment lehnen sich alle entspannt von der Arbeit zurück und genießen Musik und "feeling". "Nicht schlimm, wenn wir heute Verlust machen", sagt einer - "ist doch auch so ein prima Geburtstagsständchen."

 

 

Solche Momente sind es, für die Uli Seuser, Rolf Boden und die übrigen Rengsdorfer "Rockfreunde" monatelang arbeiten. Solange es solche Momente gibt, solange wird es auch das Festival geben. Mag sein, dass es eines der letzten seiner Art ist. "Doch wir sind längst nicht auf dem Weg zum Elefantenfriedhof', verkündet Uli Seuser zuversichtlich.
Auszug eines Artikels der Rheinzeitung vom 31.07.2000